Aktienfonds – nur heiße Luft?

Aktienfonds - heisse Luft

Es wurde und wird aktuell sehr viel über Investmentfonds gesprochen und auch veröffentlicht, ohne dabei die Basis dieser Fonds näher zu beleuchten. Diese Basis von Investmentfonds können Aktien, Anleihen, Zertifikate und dergleichen mehr sein.

Die Basis von Aktienfonds

Wie der Name schon sagt, besteht ein Aktienfonds aus verschiedensten Aktien.

Was sind Aktien genau? Laut Definition sind Aktien Anteilsscheine an Unternehmen. Diese Unternehmen könnten Grundstücke, Fabrik- oder Verwaltungsgebäude, Fahrzeuge besitzen, bei Industrieunternehmen zudem zusätzlich Maschinen und Anlagen, möglicherweise ein Warenlager, eventuell Patente und Markenrechte, dazu eine Ansammlung mehr oder minder wertvoller Assets. So gesehen sind Aktien nach klassischer Definition Sachwerte. Aktien zu halten war einmal eine gute Idee.

Die aktuelle Situation

Doch die heutigen Aktienmärkte bzw. Aktienindices sind irrational überbewertet. Seit die Notenbanken die Zinsen auf historische Rekordtiefs und noch nie dagewesene Zinssätze gesenkt haben, kennen die Aktienmärkte nur noch eine Richtung, nein nicht nach Süden, sondern gegen den Himmel. Es wird unglaublich viel aus dem Nichts geschaffenes Geld in das System gepumpt – kurz Geldschwemme genannt. Wobei dieses Geld sicher nicht sofort oder nie in der Realwirtschaft landet.

Wenn die Bürger der USA, Europas und Japans größere Teile dieses computerproduzierten Geldes bekämen und folglich für Waren und Dienstleitungen ausgeben würden, hätten wir längst nicht nur eine Inflation, sondern eine Hyperinflation, wie in den 20-er Jahren. Stattdessen sucht das billige „Geld“ attraktive und lukrative Anlagemöglichkeiten. Es haben nur wenige elitäre Menschen Zugang zu diesem Geld und nicht die breite Masse. Dadurch wurden die Aktienmärkte und Aktienindices inflationär aufgeblasen. Nach kurzen Einbrüchen in den Jahren 2000/2001 (dotcom Blase) und 2008/2009 (Finanzmarktkrise) frisst Gier wieder einmal Hirn. Aktuell liegt der Dow Jones auf Rekordniveau von weit über 30.000 Punkten – Im Jahr 2009 lag der Index bei ca. 7.000!! –

Und auch Dax und S&P sind sehr hoch bewertet; in letzter Zeit antizipierte die Börse nicht mehr mögliche positive, zukünftige Wirtschaftsentwicklungen, sondern reagierte eher auf Verlautbarungen der Notenbanken wie der privaten US-Notenbank Fed oder der privaten europäischen EZB. Diese verlautbarten, dass die Zinsen auf längere Zeit sehr niedrig bleiben oder sogar in den negativen Bereich gesetzt werden, worauf die Börsen nahezu weltweit ein Kursfeuerwerk zündeten. Dazu kommen noch sogenannte Kaufprogramme, wobei die Fed z.B. im Jahr 2015 pro Monat um 55 Mrd Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere aufkaufte, um die Märkte zu stabilisieren. Dadurch, dass diese Aufkäufe seit dem großen US-Notaufkaufprogramm 2009 von 750 Mrd Dollar permanent vergrößert wurden, haben die offiziellen Bilanzen der Notenbanken zur Zeit auch schwindelerregende Höhen erreicht. Über die inoffiziellen Zahlen soll gar nicht geredet werden, da diese Zahlen laut einer neuen Verordnung nicht mehr offiziell verlautbart werden müssen. Im folgenden Chart kann man sehr schön sehen, wie die Geldspritzen der Fed im Jahr 2009 zugenommen haben.

Die aktuellen Zahlen können Sie auch dem folgendem Link entnehmen, wo Sie u.a. auch die Bilanzsummen der EZB, BoE und Bank of Japan entnehmen können: https://www.tagesgeldvergleich.net/statistiken/bilanzsummen-der-zentralbanken.html#fed

Was zeigen uns diese Zahlen?

Wir sehen weltweit dasselbe Szenario. Die Bank of England, die Bank of Japan, die EZB und auch die Schweizer Nationalbank haben ihre Bilanzen irrsinnig aufgeblasen und sich mit risikoreichen Staatsanleihen und vor allem die Schweiz mit fremden Währungen vollgesaugt, um die Märkte sowie ihre eigenen Währungen zu stützen oder zu drücken, wie beim Schweizer Franken im Verhältnis zum Euro ersichtlich. Diese dramatischen Eingriffe sollten nicht gerade vertrauenserweckend sein und haben mit einem gesunden Markt, soweit es diesen tatsächlich geben sollte, nichts zu tun: es ist genau das Gegenteil der Fall!

Entgegen aller Beteuerungen, dass alles gut sei, entgegen aller „positiven“ Nachrichten und aller Aussagen, dass der Euro das Schlimmste hinter sich gebracht haben soll, sieht sich die EZB andererseits gezwungen, weiter ganz verzweifelt an der Zinsschraube nach unten zu drehen. Dieser Zinssatz liegt in sogenannten „guten Zeiten“ bei ca. 6-7 %, inzwischen wurde dieser Zinssatz sowohl im Euro-Raum als auch in den USA auf 0 % hinunter geschraubt. Die Bank of Japan versucht schon seit Jahren mit Hilfe der Zinsschraube nach unten die Inflation anzuheizen und das mit eher wenig Erfolg. Japan ist offensichtlich das Versuchslabor, um zu schauen, was langfristig passiert, wenn die Zinsen für längere Zeit bei Null liegen.

Die Auswirkungen auf Aktienfonds

Nun werden Sie sich vielleicht die Frage stellen, was die Eingriffe der Notenbanken mit Aktienfonds im weitesten Sinne zu tun haben sollen. Die Aktie und damit auch der aus Einzelaktien bestehende Aktienfonds ist bei diesem, mit verschenktem Geld finanzierten Wettrennen, mehr oder weniger zum reinen Papierwert degradiert worden. Weil unser Geld aus dem Nichts produziert wird, könnte, unserer Meinung nach, an der Überschrift „Aktienfonds – nur heiße Luft?“ doch etwas dran sein. Somit sind Aktienfonds kein Sachwerte.

Der Beweis dafür ist, dass Aktien heutzutage nur noch virtuell gehalten werden. Versuchen Sie einmal, sich eine Aktie physisch ausliefern zu lassen, viel Spaß dabei!

Die sich dahinter verbergende Krankheit heißt: Spekulation. Eine Analyse des Finanzinformationsdienstes Reuters kommt zum vernichtenden Urteil, dass sich die Finanzmärkte weltweit, angeführt durch die Wall Street, zu einem unkontrollierten Pyramidenspiel entwickelt hätten, bei dem das unbegrenzte Jonglieren mit Kundengeldern erlaubt sei. Schneeballsysteme und Kettenbriefe ohne Ende! Jeder vernünftig Denkende weiß, dass das System irgendwann kollabieren wird: die einzige Frage ist nur, wann. Das Einzige, was die Aktienmärkte von heute von denen in den 30-er Jahren unterscheidet, ist, dass es damals nicht möglich war, Geld mittels Computer zu generieren.

Damit ist auch die Verlockung der Banker groß, das Bargeld abzuschaffen, um dann die Möglichkeit zu haben, die Zinssätze gravierend ins Minus drücken zu können. Das würde die Aktienmärkte zu weiteren Höhenflügen treiben.

Hohe Einstiegshürde

Noch etwas Wichtiges kommt zum Thema Aktien dazu:

Für den Normalverbraucher sind sie als Anlageinstrument kaum geeignet, denn für eine Investition in Einzelwerte fehlt ihnen, schlicht und einfach gesagt, das Geld, das heißt, sie können nur in wenige Unternehmen investieren. Das bedeutet daher, dass Normalverdiener ihr Aktien- Risiko bei Einzeltitel nicht wirklich streuen können und somit eine mangelnde Diversifikation vorliegt. Die Gefahr auf einzelne, vermeintlich unschlagbare Unternehmen zu wetten und dabei Geld zu verlieren, ist sehr hoch!

Nun kommt der Markt und das Marketing ins Spiel, wofür die Bankberater natürlich auch ein Rezept zur Verfügung haben: nämlich Aktienfonds.

Die Argumente für Aktienfonds sind eben Risikostreuung, Diversifikation, aktives Management, usw.

Wobei man wissen sollte, dass die wenigsten Aktienfonds ihre hinterlegten Indices „outperformen“, d.h., besser als diese abschneiden. Noch hinzu kommt, dass die Kosten durch Ausgabeaufschläge, Management-Gebühren, diverse Verwaltungs- und Bestandsgebühren und Gewinnertragssteuern die erwartete Rendite doch beträchtlich reduzieren.

Im Übrigen sind Aktien kein Instrument mit dem man sein Vermögen effektiv vor dem Zugriff des Staates schützen kann. Zusätzlich kann es geschehen, dass man Aktien gar nicht verkaufen kann, falls die Börse geschlossen haben sollte.

Schlussfolgerungen

Die Erkenntnis aus dem oben Geschriebenen: Die Aktienmärkte verdanken ihr Rekordniveau einzig und allein der expansiven Geldpolitik der Notenbanken, die Geld aus dem Nichts produzieren, indem die Gelddruckmaschinen Tag und Nacht rattern. Egal wie lange diese Reise ins Niemandsland noch andauern wird – mit Fundamentaldaten sind diese hohen Kurse keinesfalls zu begründen und je länger diese Rally anhält, je höher die Kurse noch nach oben schnellen werden, umso härter wird der Fall sein! Sollten die Notenbanken und deren Hintermänner die Zinsen nur leicht erhöhen und deren Stützungsmaßnahmen beenden, ist diese Börsenparty beendet. Die größtenteils durch das billige Geld kreditfinanzierten Aktieninvestitionen müssen durch die Rückführungen der Kredite aufgelöst werden, was einen Dominoeffekt astronomischen Ausmaßes nach sich ziehen wird – es ist keine Frage, ob das passieren wird, sondern nur wann!

Normalerweise wird das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (kurz KGV) einer Aktie als Verhältnis des aktuellen Börsenkurses zu den erwartenden Gewinnen des betreffenden Unternehmens im laufenden oder auch im folgenden Geschäftsjahr berechnet. Und da wird den Anlegern erzählt, dass die KGV´s historisch eher niedrig bis normal seien. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller hat das Shiller KGV entwickelt. Dieses KGV wird auf Basis der durchschnittlichen Unternehmensgewinne der letzten zehn Jahre errechnet. Somit kann er Schwankungen glätten und ausgleichen und damit einen repräsentativen Richtwert erhalten. Demnach errechnete das Shiller KGV bereits im Jahr 2014, dass die Aktienmärkte um 70% überbewertet waren.

Derzeit sind fast alle Aktienmärkte hoch bewertet, wie eine Studie von Schroders zeigt. Das gilt besonders für US-Aktien, deren Shiller-KGV bei 31 liegt.

„Das ist kein schöner Anblick“

Als die Aktienmärkte im März 2020 ihr Tief erreichten, waren sie günstig bewertet. Das hat sich mittlerweile jedoch geändert. „Die wichtigsten Aktienmärkte sind nicht mehr günstig bewertet“, sagt Duncan Lamont, der Research-Chef von Schroders. „Nichts sieht besonders billig aus“, führt er weiter aus. Die Anleger müssten sich daher auf niedrigere Renditeerwartungen einstellen. „Das ist kein schöner Anblick“, so an einer weiteren Stelle. Vor allem sei der US-Aktienmarkt hoch bewertet, was jedoch nicht neu sei. „Er war jahrelang teuer, hat sich aber weiterhin besser entwickelt als andere Märkte“, sagt der Schroders-Experte. Jedoch würden US-Aktien derzeit „heroische Wachstumsprognosen“ für die Zukunft einpreisen und „es bleibt abzuwarten, ob sie diese einhalten können“, so Lamont. Gleichwohl müssten Anleger mutig sein, falls sie völlig auf US-Aktien verzichten wollten. In anderen Aktienmärkten, wie Europa oder den Schwellenländern, seien die Bewertungen zwar günstiger. „Historisch gesehen sind sie aber auch nicht billig“, erklärt Lamont. Immerhin sei es „eine Gnade für Aktien“, dass andere Anlageklassen noch teurer seien. So seien die Renditen für Bargeld und Anleihen für Anleger etwa „deprimierend niedrig“, betont Lamont.

Dieser irrationale Überschwang muss zwangsläufig irgendwann korrigiert werden.

Am Ende werden die Aktienmärkte massiv nach unten korrigieren, please fasten your seatbelts!

Fazit

Aktien und dadurch auch Aktienfonds sind heutzutage keine Sachwerte mehr.

Die Preise der Aktienindices sind maßlos übertrieben.

Aktien haben sich zu reinen Finanztiteln entwickelt.

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